Wer in diesem Blog zurückblättert, findet Anleitungen zu WordPress, Divi und Page-Buildern — Werkzeuge, mit denen wir jahrelang gute Websites gebaut haben. Diese Website hier lief selbst darauf. Seit August 2026 tut sie das nicht mehr, und weil wir Kunden regelmäßig erklären, warum wir heute anders bauen, schreiben wir es einmal ausführlich auf: am eigenen Projekt, mit den echten Zahlen.
Was uns an unserem eigenen Setup gestört hat
WordPress hat uns nie im Stich gelassen — aber es hat Woche für Woche Aufmerksamkeit verlangt. Ein Dutzend Plugins, jedes mit eigenem Update-Rhythmus, dazu Theme, Datenbank und PHP-Version, die zueinander passen müssen. Nichts davon ist ein Drama. Es ist Wartung, und sie hört nie auf.
Dazu kommt ein struktureller Punkt: Als meistgenutztes CMS der Welt ist WordPress das lohnendste Ziel für automatisierte Angriffe, und jedes Plugin ist eine zusätzliche Tür, die gepflegt werden muss. Wer eine WordPress-Site betreibt, betreibt ein System, das bei jedem Aufruf Code ausführt — und muss es entsprechend behandeln.
Was jetzt anders ist
Die neue Website ist statisch: Beim Veröffentlichen entstehen fertige HTML-Seiten, der Server liefert sie nur noch aus. Keine Datenbank, kein Plugin-Stack, kein Code, der bei jedem Aufruf läuft. Der gesamte Auftritt — Texte, Gestaltung, alle 84 Seiten — liegt versioniert in einem Git-Repository. Jede Änderung durchläuft vor der Veröffentlichung automatische Prüfungen; was sie nicht besteht, geht nicht online.
Einige dieser Prüfungen sind ungewöhnlich konkret:
- Keine Anfrage verlässt die eigene Domain. Schriften liegen lokal, eingebettete Fremdinhalte gibt es nicht. Ein Test schlägt fehl, sobald irgendeine Seite auch nur eine Datei von einem fremden Server lädt.
- Keine Cookies. Deshalb auch kein Cookie-Banner — nicht als Behauptung, sondern als Testergebnis bei jedem Build.
- Barrierefreiheit und Mobildarstellung werden je Seite geprüft, in hellem und dunklem Design, bis hinunter zu 320 Pixel Bildschirmbreite.
Die Zahlen
Gemessen am Live-Auftritt, nicht in der Entwicklungsumgebung:
| Messwert | Ergebnis |
|---|---|
| Lighthouse Performance | 96 / 100 |
| Barrierefreiheit, SEO | je 100 / 100 |
| Cookies | 0 |
| Anfragen an fremde Server | 0 |
| Plugins, die Updates wollen | 0 |
Beim Umzug haben wir außerdem 595 Adressen der alten Website ausgewertet: Jede davon führt heute entweder auf ihre direkte Nachfolgerin oder leitet auf die passende Übersicht weiter. Verlinkungen und Suchmaschinen-Rankings, die über Jahre entstanden sind, bleiben so erhalten.
Was das für Kundenprojekte bedeutet
Der für uns wichtigste Effekt ist unspektakulär: Die Website funktioniert auch dann noch, wenn ein Jahr lang niemand sie anfasst. Es gibt keinen Plugin-Stau, der sich ansammelt, und keinen Wartungsvertrag, den man abschließen muss, damit nichts kaputtgeht. Gepflegt wird, wenn sich Inhalte ändern — nicht, weil die Technik es verlangt.
Für Besucher heißt es: kurze Ladezeiten auch im Mobilfunknetz. Für den Betreiber: Hosting für wenige Euro im Monat, weil ein statischer Auftritt weder Datenbank noch PHP-Prozesse braucht, und eine Datenschutzerklärung, die kurz bleibt, weil schlicht wenig Daten anfallen.
Und WordPress? Bleibt für manche Projekte die richtige Wahl — etwa wenn ein Redaktionsteam täglich Inhalte pflegt und dafür eine vertraute Oberfläche braucht. Dann richten wir es ein wie eh und je, als bewusste Entscheidung. Nur der Standardweg ist es bei uns nicht mehr: Der Standard ist der, auf dem Sie gerade lesen.
Wie wir Websites heute aufbauen, steht ausführlich unter Webdesign — und wer wissen möchte, was das für das eigene Projekt bedeuten würde: fragen Sie einfach an.
